Krebs, Zucker, Kohlenhydrate und Eisen – warum der Stoffwechsel heute stärker beachtet wird
Viele Menschen stellen sich heute die Frage, ob Ernährung, Stoffwechsel, chronische Entzündungen und bestimmte Pflanzenstoffe eine Rolle bei der Entstehung oder dem Wachstum von Krebs spielen könnten. Besonders Themen wie hoher Zuckerkonsum, stark verarbeitete Kohlenhydrate, Eisenstoffwechsel und natürliche Heilpflanzen werden zunehmend diskutiert — sowohl in der modernen Forschung als auch innerhalb integrativer Gesundheitsansätze.
Tatsächlich zeigt die Wissenschaft immer deutlicher, dass Krebs nicht nur eine genetische Erkrankung ist, sondern auch eng mit Stoffwechselprozessen, Entzündungen, hormonellen Veränderungen und der allgemeinen Gesundheit des Körpers verbunden sein kann.
Gleichzeitig wächst das Interesse an traditionellen Heilpflanzen wie Artemisinin (Artemisia annua), Prunella vulgaris und Sutherlandia frutescens, deren Inhaltsstoffe in Laborstudien mögliche unterstützende Eigenschaften gezeigt haben.
Wichtig bleibt jedoch:
Dieser Artikel versteht sich nicht als Heilversprechen oder Ersatz für medizinische Behandlung. Vielmehr geht es darum, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse, traditionelles Pflanzenwissen und ganzheitliche Gesundheitsansätze verständlich zusammenzuführen.
Denn manchmal beginnt Gesundheit nicht nur mit der Frage:
„Wie bekämpfen wir Krankheit?“
sondern auch mit:
„Wie stärken wir den Menschen?“
By Dr Catherine W. Dunne, MSc.D., RGN (GPN)
Holistic Healthcare Wexford | Co-founder, Aumvedas Academy

In den letzten Jahren interessieren sich Forschende zunehmend für die Frage, warum bestimmte Stoffwechselzustände das Wachstum von Krebszellen beeinflussen können. Besonders häufig diskutiert werden dabei hohe Blutzuckerwerte, stark kohlenhydratreiche Ernährung, chronisch erhöhte Insulinspiegel und Veränderungen im Eisenstoffwechsel.
Dabei ist wichtig zu verstehen:
Der menschliche Körper benötigt sowohl Glukose als auch Eisen zum Überleben. Gehirn, Muskeln, Immunsystem und nahezu jede Körperzelle sind darauf angewiesen. Dennoch zeigen viele Studien, dass Krebszellen diese Systeme oft besonders stark „ausnutzen“, um schneller zu wachsen.
Die Beziehung zwischen Krebs und Zucker
Viele Krebszellen verbrauchen deutlich mehr Glukose als normale Körperzellen. Dieses Phänomen wird in der Onkologie seit Langem beobachtet und ist sogar die Grundlage moderner PET-Scans, bei denen radioaktiv markierte Glukose verwendet wird, um stoffwechselaktive Tumore sichtbar zu machen.
Ein bekanntes Konzept hierzu ist der sogenannte „Warburg-Effekt“. Dabei bevorzugen Krebszellen häufig eine schnelle Zuckerverbrennung (Glykolyse), selbst wenn ausreichend Sauerstoff vorhanden wäre.
Das bedeutet jedoch nicht:
„Zucker verursacht automatisch Krebs“ oder „man kann Krebs einfach aushungern“.
So einfach ist der menschliche Stoffwechsel nicht.
Selbst bei sehr kohlenhydratarmer Ernährung produziert der Körper weiterhin Glukose, da sie für lebenswichtige Funktionen benötigt wird.
Wichtiger scheint vielmehr das gesamte Stoffwechselmilieu zu sein:
- chronisch erhöhte Insulinwerte
- Insulinresistenz
- Übergewicht
- viszerales Bauchfett
- Entzündungsprozesse
- Bewegungsmangel
- dauerhafter Stress
- hochverarbeitete Lebensmittel
Besonders problematisch sind häufig:
- raffinierter Zucker
- stark verarbeitete Kohlenhydrate
- ständiges Snacking
- zuckerreiche Getränke
- ultra-verarbeitete Nahrung
Diese Faktoren können über Jahre hinweg Entzündungen und hormonelle Dysbalancen fördern.
Interessanterweise kann sogar chronischer Stress den Blutzucker erhöhen, da Cortisol die Glukosefreisetzung aus der Leber steigert. Der Körper kann also auch ohne großen Zuckerkonsum dauerhaft in einem „hohen Glukosezustand“ bleiben.
Krebs und Eisen – ein oft übersehener Zusammenhang
Auch Eisen spielt eine wichtige Rolle im Zusammenhang mit Krebs.
Eisen wird benötigt für:
- Zellteilung
- Sauerstofftransport
- Energiegewinnung
- DNA-Synthese
- mitochondriale Funktionen
Da Krebszellen sich schnell teilen, benötigen sie oft große Mengen davon.
Einige Tumorarten erhöhen sogar gezielt die Aufnahme von Eisen in die Zellen. Forschende beobachten daher seit Jahren Veränderungen des Eisenstoffwechsels bei verschiedenen Krebsarten, darunter Brustkrebs, Darmkrebs und Leberkrebs.
Zu viel freies Eisen kann allerdings problematisch sein.
Es kann oxidativen Stress fördern und sogenannte freie Radikale bilden, welche Zellstrukturen und DNA schädigen können.
Besonders interessant ist:
Nach den Wechseljahren steigt der Eisenspiegel bei vielen Frauen natürlicherweise an, da die monatliche Blutung wegfällt. Gleichzeitig nehmen Entzündungen, Stoffwechselprobleme und hormonelle Veränderungen häufig zu.
Das bedeutet nicht automatisch Gefahr.
Es zeigt jedoch, warum Forschende heute genauer auf:
- Ferritinwerte
- chronische Entzündungen
- Stoffwechselgesundheit
- Lebergesundheit
- Insulinresistenz
achten.
Ferritin ist nicht nur „Eisen“
Ein wichtiger Punkt:
Ferritin wird oft als reiner Eisenwert angesehen. Tatsächlich ist Ferritin aber auch ein Entzündungsmarker.
Erhöhte Ferritinwerte können unter anderem auftreten bei:
- chronischen Entzündungen
- Fettleber
- Infektionen
- Alkoholbelastung
- Stoffwechselsyndrom
- Autoimmunerkrankungen
- Krebsprozessen
Deshalb muss Ferritin immer im Gesamtzusammenhang betrachtet werden.
Die moderne Sichtweise
Die heutige Forschung betrachtet Krebs zunehmend auch als Stoffwechselerkrankung — nicht nur als rein genetisches Problem.
Das bedeutet nicht, dass Zucker oder Eisen allein Krebs „verursachen“.
Vielmehr scheint ein chronisch entzündliches, stoffwechselbelastetes Umfeld das Wachstum bereits geschädigter Zellen begünstigen zu können.
Daher konzentrieren sich viele integrative Ansätze heute auf:
- stabile Blutzuckerwerte
- weniger stark verarbeitete Nahrung
- ausreichend Bewegung
- gesunde Muskelmasse
- guten Schlaf
- Stressreduktion
- entzündungsarme Ernährung
- Unterstützung der mitochondrialen Gesundheit
Nicht Angst ist das Ziel —
sondern ein besseres Verständnis dafür, wie eng Ernährung, Stoffwechsel, Hormone und langfristige Gesundheit miteinander verbunden sind.
Oder einfacher gesagt:
Der Körper braucht Zucker und Eisen zum Leben.
Doch wenn Stoffwechselprozesse aus dem Gleichgewicht geraten, können genau dieselben Systeme auch von Krebszellen genutzt werden.
Mögliche unterstützende Pflanzenstoffe: Artemisinin und Prunella vulgaris
Neben Ernährung, Stoffwechsel und Entzündungsprozessen interessieren sich Forschende zunehmend auch für bestimmte Pflanzenstoffe, die möglicherweise das Wachstum oder die Ausbreitung von Krebszellen beeinflussen könnten.
Wichtig ist hierbei jedoch:
Viele dieser Ansätze befinden sich noch im Bereich der Laborforschung, Tiermodelle oder frühen experimentellen Untersuchungen. Sie gelten derzeit nicht als wissenschaftlich bestätigte Heilmittel gegen Krebs.
Dennoch gibt es einige interessante Beobachtungen.
Artemisinin – ursprünglich aus der Malariamedizin bekannt
Artemisinin stammt aus der Pflanze Artemisia annua und wurde ursprünglich für die Behandlung von Malaria bekannt.
Besonders interessant für die Krebsforschung wurde Artemisinin durch seine Beziehung zu Eisen.
Krebszellen enthalten oft erhöhte Eisenmengen und besitzen einen gesteigerten Eisenstoffwechsel. Artemisinin reagiert auf Eisen und kann dabei sogenannte freie Radikale erzeugen, welche Krebszellen möglicherweise stärker schädigen als gesunde Zellen.
Genau dieser Mechanismus weckte das Interesse der Forschung.
Laborstudien zeigten bei verschiedenen Krebszelllinien Hinweise auf:
- verlangsamtes Tumorwachstum
- Hemmung der Zellteilung
- Förderung der Apoptose (programmierter Zelltod)
- mögliche Verringerung von Metastasierungsprozessen
Untersucht wurden unter anderem:
- Brustkrebs
- Darmkrebs
- Leukämien
- Prostatakrebs
- Lungenkrebs
Besonders diskutiert wird Artemisinin heute im Zusammenhang mit:
- oxidativem Stress in Krebszellen
- mitochondrialen Veränderungen
- eisenabhängigen Stoffwechselprozessen
Dennoch gilt:
Bis heute fehlen große klinische Humanstudien, welche Artemisinin eindeutig als Krebsbehandlung bestätigen würden.
Daher sollte es niemals als Ersatz für eine onkologische Therapie betrachtet werden, sondern höchstens als möglicher unterstützender Forschungsansatz innerhalb integrativer Konzepte.
Prunella vulgaris – die Kleine Braunelle
Auch Prunella vulgaris, im Deutschen als Kleine Braunelle oder Selbstheilungskraut bekannt, wird seit Jahrhunderten traditionell bei entzündlichen Schwellungen, Lymphstauungen und „Knoten“ verwendet.
Moderne Untersuchungen zeigen inzwischen, dass bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze möglicherweise krebshemmende Eigenschaften besitzen könnten.
Dazu gehören:
- Rosmarinsäure
- Ursolsäure
- Flavonoide
- Triterpene
- Polysaccharide
In Laboruntersuchungen wurden unter anderem Hinweise gefunden auf:
- Hemmung des Wachstums von Brustkrebszellen
- mögliche Verringerung der Zellwanderung und Metastasierung
- entzündungshemmende Wirkungen
- Unterstützung immunologischer Prozesse
- Förderung des programmierten Zelltods von Tumorzellen
Besonders interessant ist, dass Prunella vulgaris historisch bereits lange vor der modernen Medizin bei „Brustknoten“ und Drüsenschwellungen eingesetzt wurde.
Auch hier gilt jedoch klar:
Die bisherigen Erkenntnisse stammen überwiegend aus:
- Zellkulturstudien
- Tiermodellen
- frühen experimentellen Untersuchungen
Eine wissenschaftlich gesicherte Krebsheilung beim Menschen ist daraus bisher nicht ableitbar.
Integrative Unterstützung statt falscher Heilversprechen
Die moderne integrative Forschung versucht zunehmend zu verstehen, wie:
- Stoffwechsel,
- Entzündungen,
- Immunfunktion,
- mitochondriale Gesundheit,
- Eisenstoffwechsel,
- Ernährung
und pflanzliche Wirkstoffe
zusammenwirken könnten.
Dabei geht es weniger um „Wunderheilungen“, sondern vielmehr um die Frage:
Wie kann man den Körper möglichst wenig entzündungsfördernd und stoffwechselbelastend unterstützen?
Viele Menschen suchen heute deshalb ergänzend nach:
- entzündungsarmer Ernährung
- stabilen Blutzuckerwerten
- Stressreduktion
- Schlafoptimierung
- Bewegung
- naturheilkundlicher Unterstützung
- pflanzlichen Begleitstoffen
während die schulmedizinische Behandlung weiterhin eine zentrale Rolle behält.
Denn selbst die modernste Forschung zeigt bisher vor allem eines:
Der menschliche Körper ist weit komplexer, als einfache Schlagzeilen vermuten lassen.
Sutherlandia frutescens – die südafrikanische „Cancer Bush“
Eine weitere Pflanze, die zunehmend Aufmerksamkeit in der integrativen Forschung erhält, ist Sutherlandia frutescens.
Sie stammt aus Südafrika und ist dort traditionell bekannt unter Namen wie:
- Cancer Bush
- Ballonerbse
- Kankerbos
Seit Jahrhunderten wird sie in der traditionellen afrikanischen Pflanzenheilkunde verwendet zur Unterstützung bei:
- chronischen Erkrankungen
- Erschöpfung und Schwäche
- Entzündungen
- Stressbelastung
- Gewichtsverlust und Auszehrung
- geschwächtem Immunsystem
Besonders im Zusammenhang mit Krebs interessierte sich die Forschung für die Pflanze, nachdem Laboruntersuchungen Hinweise auf mögliche:
- antiproliferative Wirkungen
- antioxidative Eigenschaften
- immunmodulierende Effekte
- entzündungshemmende Mechanismen
zeigten.
Zu den untersuchten Inhaltsstoffen gehören:
- L-Canavanin
- Pinitol
- GABA
- Flavonoide
- Triterpenoide
Einige experimentelle Studien deuten darauf hin, dass Sutherlandia frutescens möglicherweise das Wachstum bestimmter Krebszellen beeinflussen könnte. Gleichzeitig scheint die Pflanze traditionell weniger als „Tumorzerstörer“ verstanden worden zu sein, sondern vielmehr als stärkendes Begleitkraut während schwerer Erkrankungen.
Viele traditionelle Heilsysteme verfolgten genau diesen Ansatz:
Nicht nur die Krankheit selbst zu betrachten, sondern den gesamten Menschen zu unterstützen;
Kraft, Appetit, Schlaf, Stressregulation, Immunsystem und allgemeine Widerstandsfähigkeit.
Wichtig bleibt jedoch:
Bis heute existiert keine wissenschaftlich gesicherte Bestätigung, dass Sutherlandia frutescens Krebs beim Menschen heilen kann.
Deshalb sollte die Pflanze niemals als Ersatz für medizinische Diagnostik oder onkologische Behandlung angesehen werden.
Dennoch zeigt die moderne Forschung zunehmend Interesse daran, wie bestimmte traditionelle Heilpflanzen möglicherweise:
- Entzündungsprozesse modulieren,
- oxidativen Stress beeinflussen,
- Immunfunktionen unterstützen
und - Stoffwechselprozesse in Krebszellen verändern könnten.
Gerade diese Verbindung zwischen traditionellem Heilwissen und moderner Stoffwechselforschung eröffnet heute neue interessante Fragestellungen innerhalb der integrativen Medizin.
Ich hoffe, Sie fühlen sich inspiriert. Achten Sie auf Ihren Körper, und er wird sich um Ihre Gesundheit kümmern.
Catherine

CWD | 08. Mai. 2026 | Irland
Holistic Healthcare Wexford
Integrativ · Achtsam · Patientenzentriert
Über die Autorin
Dr. Catherine W. Dunne MSc.D. ist examinierte Krankenschwester (Registered General Nurse) mit über 37 Jahren klinischer Erfahrung in der primären Gesundheitsversorgung in Irland. Neben ihrer Tätigkeit in der Allgemeinmedizin ist sie Gründerin von Holistic Healthcare Wexford sowie Mitbegründerin der Aumvedas Academy.
Durch ihren Hintergrund, der konventionelle Medizin mit ganzheitlicher Praxis verbindet, interessiert sich Catherine besonders für jene Bereiche, in denen Patientinnen und Patienten oft hören:
„Alles ist normal“ … sich jedoch trotzdem nicht gesund fühlen.
Ihre Arbeit konzentriert sich darauf, Menschen dabei zu helfen zu verstehen, was ihr Körper mitteilen möchte; insbesondere im Zusammenhang mit Energie, Stress, Stoffwechsel, hormonellem Gleichgewicht und Regeneration.
Durch die Verbindung von klinischem Wissen und ganzheitlicher Unterstützung begleitet sie Menschen dabei, Balance wiederzufinden, ihre Widerstandskraft zu stärken und langfristiges Wohlbefinden zu fördern.
Ansässig in Wexford, Irland.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Er ersetzt nicht die Konsultation eines qualifizierten medizinischen Fachpersonals. Patientinnen und Patienten sollten stets angemessenen medizinischen Rat hinsichtlich ihrer individuellen gesundheitlichen Bedürfnisse einholen, bevor Änderungen an Behandlung oder Therapie vorgenommen werden.


